1000 Glückspilze: Gemeinsam etwas Großes geschaffen
Nach vielen Monaten des Planens, Töpferns, Bemalens und Vorbereitens fand das Projekt „1000 Glückspilze für die Menschenwürde“ am 22. Juni auf der Landesgartenschau in Ellwangen seinen Höhepunkt. Gemeinsam mit SchülerInnen aus der gesamten Diözese wurden die Glückspilze im Kirchengarten aufgebaut und zu einer beeindruckenden Installation zusammengefügt.
Aus dem Dekanat Heidenheim beteiligten sich unter der Organisation der Dekanatsstelle „Seelsorge bei Menschen mit Behinderung“ rund 50 SchülerInnen der Pistorius-Schule Herbrechtingen, der Christophorus-Schule Heidenheim und des Schulverbundes im Heckental Heidenheim gemeinsam mit ihren LehrerInnen. Seit Herbst 2025 hatten sie sich mit dem Thema Glück beschäftigt, Pilze aus Ton gestaltet, bemalt und montiert. So entstanden 143 individuelle Glückspilze, die nun Teil der großen Wiese mit insgesamt 1000 Glückspilzen sind.
Der Aufbautag war für viele ein besonderes Erlebnis. Neben der Freude darüber, die eigenen Kunstwerke endlich an ihrem Bestimmungsort zu sehen, entstanden zahlreiche Begegnungen mit SchülerInnen anderer Schulen aus der ganzen Diözese. Dabei wurde spürbar, was das Projekt von Anfang an vermitteln wollte: Jeder Mensch ist wertvoll und jeder Beitrag zählt. Erst durch das Mitwirken vieler Menschen konnte etwas so Großes und Beeindruckendes entstehen.
Die Schülerinnen und Schüler erlebten ganz konkret, dass Gemeinschaft wächst, wenn jede und jeder die eigenen Fähigkeiten einbringt. Aus vielen einzelnen Glückspilzen wurde ein starkes Zeichen für Menschenwürde, Vielfalt und Zusammenhalt.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen SchülerInnen, den beteiligten Lehrkräften sowie allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die dieses besondere Projekt möglich gemacht haben. Die Glückspilzwiese auf der Landesgartenschau zeigt bis Freitag, 2. Juli eindrucksvoll: Glück entsteht im Tun – besonders dann, wenn viele Menschen auf Augenhöhe zusammenwirken!
Annette Brandner, Seelsorge bei Menschen mit Behinderung/Heidenheim
(Text und Fotos)
1000 einzigartige Glückspilze, die mehr können
Jetzt, kurz vor Silvester haben sie Hochkonjunktur - Glückspilze, die für ein gelingendes neues Jahr stehen. Doch sie können noch mehr. Wenn sie aus Ton in den Händen vieler unterschiedlicher Menschen entstehen, zeigen sie: Jeder Mensch hat eine einmalige und unveräußerbare Würde. Denn so einzigartig wie die Hände eines Menschen sind auch die Glückspilze, die in diesen Händen entstehen. Aus diesem Grund hat Annette Brandner, Seelsorgerin bei Menschen mit Behinderung, das Glückspilzprojekt aus Stuttgart in den Landkreis Heidenheim geholt. Schüler:innen mit und ohne Behinderung beteiligen sich daran. An zwei Vormittagen entstehen einzigartige Pilze aus einem Klumpen Ton. Das wichtigste Werkzeug dabei sind die eigenen Hände, die den Ton kneten, klopfen und ihm schließlich die Form des je eigenen Handtellers oder Handrückens verleihen. Fehlt nur noch der eigene Name, der auf der Innenseite eingeritzt wird. Im weiteren Verlauf erfolgt das Brennen, Glasieren und nochmalige Brennen der so entstandenen Pilzköpfe. Erst dann können sie mit einem selbstgesammelten Holzstiel versehen werden. „Wenn die Pilze später fertig sind, weiß niemand, ob sie von einem Menschen mit oder ohne Behinderung gemacht wurden. Durch die Namen sieht man: Ein Mensch hat den Pilz gemacht“, erzählt Claudia Ebert, Initiatorin des Projektes, die ebenfalls Seelsorgerin bei Menschen mit Behinderung ist.
Ziel der Aktion ist es, dass bis nächsten Sommer 1000 Glückspilze entstehen, die dann auf der Landesgartenschau in Ellwangen ausgestellt werden. Die beteiligten Schüler:innen des SBBZ Christophorus Schule in Heidenheim, der Pistorius Schule in Herbrechtingen und des Schulverbundes im Heckental hatten im Herbst und Winter viel Freude an der Arbeit mit Ton. Die knapp 100 Kinder und Jugendlichen aus dem Landkreis können das Glasieren ihres Pilzkopfs kaum erwarten, das zum Teil erst im Frühling erfolgt. Wer die Pilze sehen möchte, hat die Gelegenheit dazu vom 23. Juni bis 3. Juli 2026.
Katholisches Dekanat Heidenheim










